Vergangene Veranstaltungen

18.04.2026, 18:30 Uhr 
Der gelbe Hut von Mister Biller
Lesung mit Adrian Kasnitz

Zum Buch:
„An der Garderobe des Cafés am Prenzlauer Berg, in dem mein Freund Mathieu arbeitet, hängt der gelbe Hut von Mister Biller. Ich setze ihn mir auf, als ich meine zwei Cappuccino bezahlt habe, und spaziere durch den Kiez, mit einem bösen Lächeln im Gesicht, als ob ich die Leute auf der Straße provozieren wollte.“
Zufällige Begegnungen, die entscheidend sind für eine ganze Weile oder die einfach nur nerven. Reisebekanntschaften und ihre Eigenheiten. Freundschaften, die auseinandergehen, und Wiedersehen, die nicht reibungslos verlaufen. Die neuen Storys von Adrian Kasnitz sind ein fremder Hut, den man sich aufsetzt, um sich zu verwandeln und zu provozieren. Sie spielen in Köln und Berlin, sie führen nach Leipzig und Prag, sie reißen nach Albanien, Lettland, London und Shenzhen aus. Manchmal wünscht man sich, den fremden Hut nicht genommen zu haben.

Kurzbio: 
Adrian Kasnitz, an der Ostsee geboren, aufgewachsen in den westfälischen Bergen, Studium in Köln und Prag, lebt als Schriftsteller, Herausgeber und Veranstalter in Köln. Neben den bislang neun Teilbänden Kalendarium #1 bis #9 erschienen von ihm zuletzt Im Sommer hatte ich eine Umarmung und Glückliche Niederlagen, der zweisprachige Prosaband Pierre Huyghe hired me sowie der Roman Bessermann. Für seine literarische Arbeit wurde er u.a. mit dem Dieter-Wellershoff-Stipendium der Stadt Köln ausgezeichnet. Seit 2019 kuratiert er im Team das Europäische Literaturfestival Köln-Kalk (ELK). Der gelbe Hut von Mister Biller ist kürzlich ind er parasitenpresse erschienen.

 

28.03.2026, 18:30 Uhr 

Lesung mit Peter Rosenthal „Donnerstags“
Moderation: Adrian Kastnitz

Zum Buch: 
„Tiefes Grau hing über dem Fluss, während sich das helle Zwitschern der Papageienkolonie am Brückenkopf in meine Erinnerung einprägte, vielleicht wegen dem Grau. Die Mutter mit feuerroten Haaren und ihr Kleinkind im Fahrradrücksitz hielten vor dem Papageienbaum, um sich das Spektakel anzuschauen. Die Kleine wandte das Köpfchen dahin, von wo das Zwitschern herkam und streckte den Arm aus, als wollte sie etwas fangen.

Man sah die Papageien, wie sie einzeln oder in kleinen Scharen um die Brücke hin und her flogen, scheinbar ziellos, ohne genaue Richtung, ihr Flügelschlag gleich einem Laken, das man am Fenster lüftet.

Ich dachte: Warum wartet die Zeit nicht auf mich, auf meine Erinnerung, warum könnte ich sie nicht überholen – erst erinnern, dann leben.“

In seinem neuen Prosatext Donnerstags beschreibt der Kölner Schriftsteller Peter Rosenthal seine Begegnungen, die er immer donnerstags auf seinem Weg per Fahrrad auf der anderen Seite des Flusses in Köln-Kalk hat. Er meditiert über diese Zufälle, über seine Arbeit als Arzt, aber auch über die verrinnende Zeit.

Kurzbio:
Peter Rosenthal, geboren 1960 in Arad, Rumänien, lebt seit 1973 in Köln. Er ist tätig als Arzt in Ehrenfeld. Als Autor veröffentlichte er Entlang der Venloer Straße (2003), In die Zeit fallen (2013) und 33 Gedichte (2017). Außerdem gab er Venedig ist auch nicht viel größer als Ehrenfeld (2017) heraus und war Mitautor und Mitproduzent des experimentellen Kurzfilms Tigersprung (2017) über den Ehrenfelder Radrennweltmeister Albert Richter und seinen Manager Ernst Isidor Berliner. In der parasitenpresse erschienen von ihm Ehrenfeld Alphabet (2018)Impfnovelle (2022) und ganz frisch Donnerstags.

 

13.03.2026, 19:30 Uhr 

Lesung mit Ceyda Nurtsch „Jeder Atemzug ein Fest. Reportagen aus der Türkei“
Moderation: Arif Ünal

Zum Buch:
In der Türkei tobt ein Gesellschaftskampf, der sich auch auf die in Deutschland lebenden Türkeistämmigen auswirkt.
Tiefe Gräben trennen die verschiedenen Gesellschaftsgruppen voneinander: nationalistische Kemalisten, die einstige AKP-Basis der Partei Erdogans, Feministinnen, Kurden, Aleviten, Juden, Griechen, Armenier. Sie alle haben sich ihre eigenen, nebeneinander existierenden Realitäten geschaffen, leben in eigenen Stadtvierteln, schicken ihre Kinder auf unterschiedliche Schulen. Gleichzeitig gibt es Menschen, die diesen Kampf leid sind. Menschen, die ihre pluralistische Gesellschaft zum Strahlen bringen möchten, die das staatliche, von oben diktierte Geschichtsnarrativ ablehnen und an eine auf Solidarität aufbauende Gesellschaftsordnung glauben.
In ihren literarischen Reportagen beleuchtet Ceyda Nurtsch die tiefen gesellschaftlichen Spaltungen der Türkei und zeichnet ein differenziertes, menschliches Gesellschaftsportrait voller Hoffnung.

Kurzbio:
Ceyda Nurtsch besuchte die Deutsche Schule Istanbul. Nach ihrem Studium der Islamwissenschaft, Politik und Philosophie in Köln und Bonn, promovierte sie zum Thema Türkische Großstadtlyrik und erlangte eine Qualifikation zur trimedialen Redakteurin bei der Deutschen Welle. Derzeit arbeitet sie als freie Journalistin unter anderem für Qantara, Deutschlandfunk und ZDF zu den Schwerpunkten Türkei und Migration.

21.02.2026, 19:00 Uhr Lesung mit Judith Baumgärtner: „Wie wir zaubern lernen“

Arin Zumkley @aritastudios

Zum Buch: In „Wie wir zaubern lernen“ versammelt Judith Baumgärtner zehn poetische und eindringliche Kurzgeschichten. Darin werden mögliche Fragmente Schwarzen Lebens in ihren Komplexitäten und Gleichzeitigkeiten eingefangen. Auseinandersetzungen mit Familie, Freund*innenschaft, Queerness, Resilienz und Neuanfängen ziehen sich durch die Texte. So ensteht ein literarischer Raum zwischen Traum und Realität, der die Tiefe alltäglicher Erfahrungen und die Magie des Widerstands sichtbar macht. Eine Frau steht mit einem gepackten Koffer in ihrem Haus, bereit, zum ersten Mal in das nicht benannte Geburtsland des Vaters zu reisen. In einem aus der Zeit gefallenen Dorf sind rätselhafte fliegende Fische im Alltag der Menschen anwesend. Eine jugendliche Person wächst mit den überall präsenten, einengend anmutenden feministischen Kämpfen der Mutter auf und entwickelt ganz eigene Fragen an Gender, Freundschaft und gegenseitige Unterstützung … Judith Baumgärtner schreibt mit zarter Wucht und großer Klarheit, neugierig, fragend und zugewandt. Das erzählerische Debüt spürt Brüche und Reibungen auf und öffnet Räume für Transformation, Fürsorge und radikale Imagination.

Kurzbio: Judith (kein Pronomen) lebt in Köln. Ist Spaceholder, inklusive*r Pädagog*in und Kunsttherapeut*in, sowie freie*r Autor*in und Zinekünstler*in. Judiths Arbeit ist es, Räume für Kreativität, Transformation und Verbindung zu schaffen und zu halten. Das macht Judith in der Heilpädagogischen Frühförderung mit sehr jungen Menschen, sowie im Empowerment-Bereich für rassismuserfahrende und/oder queere Personen aller Altersgruppen. Und eben auch in den Räumen, die beim Schreiben oder Malen auf dem Papier entstehen wollen. Judith positioniert sich unter anderem als Schwarz, light-skinned, dünn, nicht behindert, neurodivergent und queer. Judith hat zahlreiche Zines selbstveröffentlicht und -verlegt, die Poesie, Collage, Illustration und Themen der Selbst- und Communityfürsorge vereinen. Im Oktober 2025 erschien Judiths erstes Kurzgeschichtenbuch „Wie wir zaubern lernen“ im Unrast Verlag. Mehr Infos unter judith-baumgaertner.de.